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WeiterlesenHN-Stimme "Zeitungsbericht" - Zeitschrift für Freunde harter Musik
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Im Hardthausener Stadtteil Lampoldshausen hat Markus Seibel ein Magazin für Heavy-Metal-Interessierte auf die Beine gestellt.
Außer einem Knall aus dem Wald im Norden und einer Dampfwolke über den Baumwipfeln ist Lampoldshausen ein ruhiger, beschaulicher Ort. Auf den ersten Blick. Doch es gibt auch Lampoldshausener, die Spaß an lauten, wummernden Klängen haben: "Medicine" heißt das Magazin, das Markus Seibel herausgibt – die Februarausgabe war die Premiere.
Darin ist von Bands zu lesen, die "Battle Beast" heißen und Festivalreportagen, die von "70 000 Tons of Metal" oder "Hellfest" berichten. Der 23-Jährige hat mit seinen 15 freien Mitarbeitern vorwiegend die Anhänger von Musik der härteren Gangart im Blick, aber nicht nur: "Der Schwerpunkt ist Metal, aber wir haben auch ab und zu Pop oder Punk im Heft", sagt der Lampoldshausener.
Chefredaktion
In seinem Zimmer im ersten Stock, das gleichzeitig Zeitschriften-Chefredaktion und Firmensitz ist, entsteht das 36 Seiten starke Heft, auf dem Weg nimmt ein CD-Regal eine komplette Wand ein. "Bei 900 habe ich aufgehört, zu zählen", erzählt Markus Seibel und lächelt. "Und das ist schon eine Weile her." Rezensionen, Gespräche mit Musikern, Hintergrundberichte, Reportagen. "Liebe Medizinstudenten", beginnt das Editorial des Chefredakteurs.
Der gelernte Kaufmann für Bürokommunikation arbeitet tagsüber bei einer Firma in Öhringen. "Abends sitze ich dann an der Zeitschrift, da sind die Tage meistens ziemlich lang", sagt Markus Seibel. Gerade deswegen will er das Ergebnis seiner Arbeit nicht gratis ins Netz stellen. "Wenn ich das Heft online kostenlos anbieten würde, bräuchte ich mir den ganzen Aufwand mit Druck und Vertrieb ja nicht zu machen", stellt der 23-Jährige klar.
Die Hoffnungen des Lampoldshauseners zu Beginn, Sponsoren in Form von Anzeigenkunden zu finden, erfüllte sich nicht – Ziel war, das Heft kostenlos anzubieten. "1,50 Euro pro Ausgabe finde ich aber einen angemessenen Preis", sagt Markus Seibel.
Wer die Zeitschrift lesen will, kann sie aber nicht einfach am Kiosk kaufen: Interessenten müssen sich auf eine Liste bei einem Festival eintragen oder sich direkt an die Herausgeber wenden. "Wir sind zum Beispiel beim Minirockfestival in Horb und bei Maniacs of Rock in Aalen vor Ort", sagt Seibel.
Der Gründer hält nach wie vor die Fäden in der Hand: Er knüpft Kontakte, akkreditiert Mitarbeiter für Konzerte und Festivals, kümmert sich um Finanzen und Buchhaltung, organisiert Interviewpartner. "Mittlerweile bekommen wir auch internationale Bands wie Nightwish oder Accept", sagt der 23-Jährige. "Und die können sich mehr oder weniger raussuchen, mit wem sie sprechen." Gegründet hat er das Heft zwar alleine, doch hat Seibel mittlerweile Mitstreiter gefunden: Vor allem beim Vertrieb des Magazins innerhalb Deutschlands helfen ihm Gregor Bewernick und Sina Bauer. Was demnächst in eine Beteiligung münden soll: "Wir gründen eine spezielle GmbH, bei der man nicht so viel Eigenkapital mitbringen muss wie bei einer klassischen", erläutert Markus Seibel.
In die weite Welt
Die internationale Ausrichtung ist ihm wichtig: "Metal-Musik ist ziemlich in Mode, die Festivals mit solcher Musik boomen", sagt er. Diesen großen Markt will er von Lampoldshausen aus erobern. Enthielt die erste Ausgabe noch deutsch und englisch in einem Heft, erscheint die zweite schon in einer englischen und einer deutschen Version. "Der größte Teil der englischen Auflage geht derzeit nach Finnland", führt Markus Seibel aus, dort kümmert sich eine Mitarbeiterin um den Vertrieb. Einige Hefte machen sich außerdem nach Holland und in die Vereinigten Staaten auf den Weg. "Dort sind wir noch auf der Suche nach jemandem, der den Vertrieb organisiert", sagt Markus Seibel.

















